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Behandlung >>> Medikamente

Behandlung von Bluthochdruck mit Medikamenten

Wenn der Zielblutdruck durch Änderungen des Lebensstils im Verlauf einiger Monate nicht erreicht wird, sind zusätzlich Medikamente erforderlich. Die Behandlung wird in geringer Dosis begonnen und so angepasst, dass der Zielblutdruck im Verlauf einiger Wochen erreicht wird.

Können Medikamente, nachdem sie den Blutdruck in Ordnung gebracht haben, wieder weggelassen werden? Nein, in der Regel nicht, denn Medikamente senken zwar den erhöhten Blutdruck wirksam, solange sie regelmässig eingenommen werden, sie beseitigen die Ursachen von Bluthochdruck aber nicht nachhaltig. Medikamente müssen also langfristig, oft lebenslang eingenommen werden.

Zahlreiche blutdrucksenkende Medikamente sind verfügbar. Sie gehören zu verschiedenen Substanzklassen, die auf unterschiedliche Abläufe in der komplexen Blutdruckregulation einwirken. Die fünf wichtigsten Substanzklassen sind nachfolgend zusammengestellt.

Die medikamentöse Blutdruckbehandlung kann entweder mit einer Einzelsubstanz (Monotherapie) begonnen werden oder mit einem Zweierkombinationspräparat, das zwei Substanzen aus verschiedenen Substanzklassen enthält (Kombinationstherapie). Individuell wird der Arzt das für Sie am besten geeignete Präparat auswählen, um die beste Wirksamkeit mit der besten Verträglichkeit zu koppeln. Die günstige Wirkung der Medikamente ist meist nicht unmittelbar spürbar, sie macht sich aber bei regelmässigen Blutdruckmessungen bemerkbar, indem die Messwerte sinken und allmählich den Zielblutdruck erreichen. Selbstmessung des Blutdrucks zu Hause kann nützlich sein, um den Behandlungserfolg engmaschig zu dokumentieren. In Ihrem persönlichen Blutdruckpass, welchen Sie bei Ihrem Hausarzt beziehen können, können Sie die Messwerte übersichtlich notieren. Bringen Sie den Blutdruckpass jeweils zu den Arztkonsultationen mit.

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn der medikamentösen Blutdruckbehandlung kann es zu Anpassungsreaktionen kommen, die sich beispielsweise durch Schwindel bemerkbar machen. Setzen Sie das Medikament keinesfalls selbstständig ab. Meistens verschwinden solche Anpassungsreaktionen bereits nach einigen Tagen wieder. Wenn Sie beunruhigt sind, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.

Geduld zahlt sich aus

Bis das Medikament seine maximale blutdrucksenkende Wirkung entfaltet, vergehen in der Regel einige Wochen. Manchmal genügt die zuerst gewählte Dosis nicht, um den Zielblutdruck zu erreichen.

Möglicherweise wird der Arzt in diesem Fall die Dosis erhöhen. Er kann sich aber auch für ein anderes niedrig dosiertes Medikament aus einer anderen Substanzklasse entscheiden. Eine weitere Änderungsmöglichkeit besteht darin, statt eines Einzelpräparats ein Kombinationspräparat einzusetzen. Wenn von Beginn an ein Kombinationspräparat verwendet wurde, kann bei ungenügender Wirksamkeit die Dosis erhöht oder eine niedrig dosierte dritte Substanz hinzugefügt werden.

Die Phase des Ausprobierens ist wichtig und nicht etwa Ausdruck der Ratlosigkeit des Arztes. Was unternehmen Sie, bevor Sie ein neues Kleidungsstück kaufen? Sie nehmen sich etwas Zeit und probieren möglicherweise mehrere Modelle und Grössen an, bis Sie sich schliesslich für das am besten passende Stück entscheiden. Geben Sie auch Ihrem Arzt einige Wochen Zeit, das passende Präparat und die optimale Dosis zu finden. Besprechen Sie mit dem Arzt auch Befindlichkeitsstörungen, die möglicherweise Nebenwirkungen der verwendeten Medikamente sind. Ihr Arzt wird Ihnen behilflich sein, eine möglichst nebenwirkungsarme Behandlung auszuwählen, die Sie viele Jahre begleiten wird. Damit Sie langfristig von Herz-Kreislauf-Komplikationen verschont bleiben, kommen Sie nicht darum herum, die Medikamente konsequent Tag für Tag einzunehmen.

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